Seminar 016

Anamneseaspekt-Schmerz verstehen!

Schmerz ist ein natürliches Phänomen, das vor lebensbedrohlichen Verletzungen warnt und Schutzreaktionen auslöst. Während und nach einer Schmerzempfindung laufen nicht nur körperliche sondern auch geistige und emotionale Prozesse ab. Damit wird der Schmerz immer zu einer subjektiven Erfahrung, denn jeder nimmt einen Schmerzzustand anders wahr, jeder verarbeitet ihn auf andere Weise und jeder geht anders damit um.

Grundsätzlich lässt sich der Schmerz in zwei Arten unterteilen: akuter und chronischer Schmerz.

Der akute Schmerz übernimmt eine sinnvolle und lebenserhaltende Warnfunktion. Die Schmerzursache kann meist schnell erkannt und zeitnah beseitigt werden. Bei einer Verletzung wird die Wunde versorgt, das betroffene Körperteil einige Zeit geschont, damit es heilen kann. Auch Medikamente unterstützen die Heilung bspw. bei einer entzündlichen Erkrankung.

Jedoch entwickelt sich in manchen Fällen ein langanhaltender chronischer Schmerz. Dann, wenn keine ausreichende Therapie des akuten Schmerzes erfolgt oder nicht erfolgen kann, weil die Ursachen unklar bleiben. Oder dann, wenn Schmerzen immer wieder aufs neue auftreten. Der Schmerz verliert seine Warnfunktion und entwickelt sich zu einer eigenständigen Schmerzerkrankung.

Dauerhafte Schmerzzustände bewirken eine strukturelle Veränderung der Nerven im Rückenmark und im Gehirn. Es kann sich ein "Schmerzgedächtnis" entwickeln, das immer wieder an den Schmerz erinnert, obwohl keine Schmerzursache mehr gegeben ist.

Bei der Chronifizierung von Schmerzen spielen jedoch nicht nur diese strukturellen Veränderungen, sondern vor allem auch psychosoziale Faktoren (Konflikte, Stress, Unzufriedenheit) eine große Rolle. Die starke Einschränkung der Lebensqualität in Verbindung mit einer Vielzahl erfolgloser Therapien setzen einen Teufelskreis von Hoffnungslosigkeit, Frustration und Resignation in Bewegung. Während positive Erlebnisse immer mehr ausgeblendet werden, rückt der Schmerz in den Vordergrund und wird umso deutlicher wahrgenommen.

Schmerz muss kein Schicksal sein!

Um chronische Schmerzen behandeln zu können, bedarf es folglich einerseits fundiertem Wissen des Behandlers für Schmerzphysiologie, Anatomie, Pathophysiologie und  anderseits einem Verständnis für die Komplexizität des Patienten in Kombination mit  der Möglichkeit eines ganzheitlichen Therapieansatzes.

Nicht nur medikamentöse sondern vor allem auch alternative Maßnahmen wie bspw. Akupunktur, psychologische Behandlungsformen ebenso wie sportliche und soziale Aktivität bilden einen effektiven Behandlungsplan.

 

Das Seminar stellt das Leitsymptom "Schmerz" vor. Elementare Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie werden praxisnah vermittelt. Die Notwendigkeit eines komplexen Therapieansatzes aus mehreren Säulen im Rahmen des bio-psycho-sozialen Ansatzes wird deutlich und Möglichkeiten des Vorgehens und der Rolle des  Heilpraktikers thematisiert.

 

Max. Teilnehmer 20